15. Mai 2018

Das Leben hat unendlich viele Stufen, aber um seine feinstofflichsten Grade zu kosten, muss man über den materiellen Anschein der Geschöpfe hinausgelangen, all diese Strömungen spüren, die von ihnen ausgehen, und die, vom Stein bis zur Sonne, von den Blumen bis zu den Sternen, das geheimnisvolle Muster der Schöpfung weben.

Auf ihre Weise haben alle Elemente der Schöpfung ihre Sprache, sie sprechen untereinander und sie sprechen auch zu uns, es liegt an uns, zu wissen, wie wir daran teilnehmen können, welche Worte wir wählen sollen, um in Harmonie mit der universellen Sprache zu sein. Nichts ist wichtiger für uns, als die Mittel zu finden, um unsere Teilnahme an der kosmischen Harmonie zu verbessern. An dem Tag, wo uns das gelingt, stellen wir uns keine unnützen Fragen mehr über die Existenz Gottes oder den Sinn des Lebens: Wir spüren, dass wir vom göttlichen Leben durchdrungen sind. Was wollen wir noch mehr?…

14. Mai 2018

Habt ihr eine dringende Entscheidung zu treffen? Überstürzt nichts. Strengt euch an, euch in Gedanken bis zu einem Gipfel zu erheben, von dem aus ihr die Situation klar überblicken könnt. Um in der Lage zu sein, euch jeder beliebigen Situation zu stellen, geht in euch, sobald ihr einige Sekunden Zeit habt, und stellt euch vor, dass ihr versucht, einen Gipfel zu erreichen. Wenn ihr dann Entscheidungen zu treffen habt, werdet ihr klar sehen und richtig handeln.

Wie viele Leute handeln nach ihren momentanen Regungen, und natürlich stoßen sie mit dem Kopf an. Dann ändern sie die Richtung… aber da sie auch hier nicht nachgedacht haben, stoßen sie aufs Neue an. Deshalb ist der Kopf der Menschen bedeckt mit blauen Flecken, Löchern, Beulen… Es wird Zeit, dass sie die Ratschläge der Weisen ernst nehmen, die ihnen sagen: »Gehe in dich, suche, meditiere…« So wird es ihnen gelingen, sich bis zu diesem spirituellen Gipfel aufzuschwingen, von dem aus sie die vielfältigen Aspekte der Realität erfassen, um besser arbeiten und wirken zu können.

13. Mai 2018

Schon in der Antike haben die Mathematiker versucht, das Problem der Quadratur des Kreises zu lösen, d.h. mit rein geometrischen Mitteln, ein Quadrat deckungsgleich zu einem Kreis mit derselben Fläche zu konstruieren. Aber dieses Problem ist unlösbar, außer für die Eingeweihten.

Die Eingeweihten haben jedoch seit langem die Lösung für die Quadratur des Kreises gefunden, indem sie die Natur beobachteten, insbesondere die Bäume, deren Holz sich periodisch mit Blättern, Blumen und Früchten bedeckt. In jedem Frühjahr kommt der Geist, um das Leben in der Natur zu erneuern. Der Geist wird dargestellt durch den Kreis, Symbol des unendlichen Universums, und in diesem Kreis kann das Quadrat, die Materie, bei jeder Wiederkehr des Geistes Blüten und Früchte hervorbringen. Wenn der vom Geist belebte Baum die Früchte des Geistes trägt, hat er die Quadratur des Kreises gelöst. Wenn wir uns bemühen, den Geist in unsere Materie hinabzubringen, wird es auch uns eines Tages gelingen, das Problem der Quadratur des Kreises lösen.

12. Mai 2018

Wie kommt es, dass Religionen, die sich als monotheistisch bezeichnen, Theorien und Praktiken vorweisen, die ihren eigenen Grundsätzen widersprechen? Sie setzen Gott einen Feind entgegen: Den Teufel, der genauso mächtig ist wie Er. Als ob Gott nicht der einzige Herrscher wäre! Was sind das nur für Religionen, deren Gott einen Feind hat, den Er nicht einmal besiegen kann? Wie glauben sie, Seine Größe und Allmacht anzuerkennen, wenn sie Ihn als unfähig darstellen, Seinen Gegner zu überwinden.

Das Schlimmste ist, dass viele diesen Widersacher Gottes sich unter allen möglichen Formen, überall bei den Menschen einschleichen sehen. Sie versuchen, ihn bei den Menschen zu bekämpfen, indem sie sie als Ketzer, als Komplizen des Satans, als Söhne des Teufels behandeln, indem sie sie exkommunizieren oder sogar versuchen, sie zu töten. Alle jene, die andere Menschen verfolgen unter dem Vorwand, Partei für den Herrn zu ergreifen, sind in Wirklichkeit Helfer des Teufels und geben ihm ständig mehr Macht. Das ist es, was sie eines Tages verstehen sollten.

11. Mai 2018

Die Pflanzen sind sensibel. Versuche haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, auf die menschliche Gegenwart zu reagieren. Wenn zum Beispiel jemand, der sie schlecht behandelt hat, den Raum betritt, in dem sie sich befinden, zeigen sie durch bestimmte Zeichen, dass sie Angst haben. Sie haben also, so wie die Tiere, auch eine Art von Gedächtnis.

Die Steine sind auf ihre Art ebenfalls empfindlich. Wenn ihr sie mit Liebe berührt, können sie mit euch in Verbindung treten und euch Botschaften vermitteln. Denn die Liebe ist die universale Sprache, die die ganze Schöpfung versteht. Berührt einen Stein mit Liebe, und er hat schon eine andere Schwingung, und kann sogar mit Liebe antworten. Um das festzustellen, muss man allerdings gelernt haben, seine Sprache zu entschlüsseln. Die Menschen sind fähig, alle Sprachen der Welt zu erlernen, um mit ihresgleichen zu kommunizieren, aber sie denken selten daran, dass sie auch die Sprache der lebendigen Natur erlernen können, um mit ihr in Verbindung zu treten.

10. Mai 2018

Die Menschen sind geizig, aber nicht sparsam. Sparsam zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig, egoistisch zu sein, genauso wie ein Verschwender nicht unbedingt großzügig sein muss. Ja, man muss unterscheiden können: Diejenigen, die ihr Geld zum Fenster hinauswerfen oder die ihre Energien verausgaben, indem sie da- und dorthin rennen, gelten oft als großzügig. Nein, es ist Fahrlässigkeit oder Eitelkeit oder Dummheit, was auch immer ihr wollt, aber keine Großzügigkeit.

Um großzügig sein zu können, muss man die Kunst der Sparsamkeit kennen. Um zu geben, muss man besitzen, das heißt zusammentragen. Wenn jemand alles verschleudert hat, was bleibt ihm zum Verteilen? Sparsam zu sein, bedeutet, fähig zu sein, zusammenzutragen, um danach ausgeben zu können, wo es nötig ist, wann es nötig ist, so viel wie nötig ist und nicht mehr.

9. Mai 2018

Wir müssen zu diesem Bewusstseinsgrad gelangen, wo wir spüren, dass wir ein Teil Gottes sind, dass wir nicht außerhalb von Ihm existieren. Denn in Wirklichkeit kann niemand außerhalb des Herrn existieren. Er hat uns geschaffen, Er ernährt uns, Er erhält uns am Leben. Jemand sagt: »Der Schöpfer? Ich habe nichts mit Ihm zu tun! Ich bin ein freies und unabhängiges Individuum!« Aber das ist der größte Fehler. Es existiert überhaupt kein unabhängiges Geschöpf. Wer in seinem Bewusstsein die Verbindung mit dem Schöpfer durchtrennt, um unabhängig zu sein, schneidet sich in Wirklichkeit von der Quelle des Lebens ab und ist nicht mehr als ein Staubkorn.

Bemüht euch, zu verstehen, dass ihr nicht als separates Wesen existiert; allein Er, der Schöpfer, existiert und ist bereit, sich durch euch klein, schwach und armselig zu fühlen. Und wenn ihr auf diese Weise jahrelang meditiert, bis ihr spürt, dass ihr nur ein Teil des Herrn seid, werdet ihr wirklich eins mit Ihm.

8. Mai 2018

Ihr habt schon einen Ausflug ins Gebirge gemacht. Dort konntet ihr sicher feststellen, dass die Unebenheiten der Felsen euch das Klettern ermöglichen. Was würdet ihr auf einem glatten Felsen machen? Und warum versteht ihr dann das, was ihr für die Bergwanderungen verstanden habt, nicht auch für euren Lebensweg, der so viel bedeutsamer ist? Warum wünscht ihr euch, dass das Leben glatt sein soll, dass es keine Unebenheiten haben soll? Unter diesen Bedingungen würdet ihr niemals zum Gipfel kommen, und vor allem: Was für ein Herunterpurzeln beim Abstieg!

Zu eurem Glück ist das Leben voller Unebenheiten, ihretwegen seid ihr noch am Leben. Ja, deswegen solltet ihr euch nicht über Hindernisse, Unannehmlichkeiten und Feinde beklagen: Ohne sie hättet ihr nichts, woran ihr euch festhalten könntet, um aufzusteigen. Alle, die wünschen, in der Mühelosigkeit, Bequemlichkeit und im Überfluss zu leben, sind sich nicht im Klaren, dass sie damit in Wirklichkeit ihr Unglück erbitten. Zum Glück erhört sie der Himmel nicht, er weiß, was sie für ihre Entfaltung brauchen.

7. Mai 2018

In der Natur hat jedes Ding sein ätherisches Doppel. Was also ein menschliches Wesen auch immer macht, es macht es doppelt: Der Ursprung dieser Handlung selbst vergeht, aber er markiert das Wesen mit seinem Siegel: Er hinterlässt in ihm etwas wie eine Einprägung, eine Unterschrift. Wenn der Mensch etwas Gutes getan hat, geht das Gute weg und verlässt ihn, aber in ihm, auf der ätherischen Ebene, hinterlässt dieses Gute eine Spur der gleichen Natur wie es selbst, und das stützt und stärkt ihn. Und wenn er Schlechtes getan hat, geht auch dieses Schlechte von ihm weg, aber es hinterlässt ein Duplikat von genau der gleichen Natur, welches ihn nach und nach zerstören und auflösen wird.

Schaut mal, was passiert, wenn ein Mensch ein Verbrechen begangen hat. Warum wird er noch nach Jahren immer verfolgt von den Erinnerungen, den Bildern, die in ihm hochkommen und ihn nicht in Ruhe lassen? Es ist zwar vergangen, es bleibt keinerlei sichtbare Spur, und er könnte es vergessen haben. Aber nein, weil das Duplikat geblieben ist, verursacht es diese Verfolgungen, diese Bilder, die er nicht mehr loswird. Auf dieselbe Art und Weise wird alles, was ein Wesen Gutes gemacht hat, ihm für die Ewigkeit folgen.

6. Mai 2018

Die Menschen haben ein instinktives Bedürfnis, sich gegenüber den anderen durchzusetzen. Sich durchzusetzen, ist nicht unbedingt schlecht; alles hängt vom Bereich ab, in dem man sich durchsetzen will, und von der Art und Weise wie man es anfängt.

Setzt sich eine Rose nicht durch? Ja. Durch ihre Schönheit, ihren Duft setzt sie sich durch – aber mit Sanftheit! Wenn die Sonne scheint, setzt sie sich auch durch, denn ihr fangt an, eure Mäntel und Westen abzulegen. Natürlich, wenn ihr keinen Hut aufsetzt, könnt ihr einen Sonnenstich bekommen – aber die Sonne wendet keine Gewalt an; sie kommt nicht vom Himmel herunter mit der Absicht, euch zu zerschmettern, sie sagt nur: »Achtung, meine Strahlen sind stark, seid vorsichtig, sonst werdet ihr verbrannt.« Und auf ihre Weise sagt auch die Rose: »Achtung, wenn ihr in meiner Nähe bleibt, werde ich all eure ungesunden Ausdünstungen durch meinen Duft ersetzen.« So wie die Sonne und die Rose, haben wir das Recht, uns durchzusetzen – aber durch Licht, Liebe, Sanftheit, Schönheit…

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