11. Januar 2018

Unser Geist ist ein unsterblicher Funke, der aus dem Schoß des Ewigen entsprungen ist. Alle Macht und alles Wissen des Schöpfers sind in ihm enthalten, und wenn er sie nicht offenbaren kann, so deshalb, weil er durch die dichte Materie des physischen Körpers begrenzt wird. Doch das ist kein Grund, den Körper zu missachten, so wie es bestimmte Asketen oder Eremiten gemacht haben, denn Gott hat unseren Körper mit großem Wissen und großer Weisheit geschaffen. Er ist das beste Instrument, das uns gegeben wurde, und wenn wir verstehen, jeden Tag an ihm zu arbeiten, um seine Materie zu reinigen und zu verfeinern, dann machen wir ihn fähig, in Harmonie mit dem Geist zu schwingen.

Der Mensch, der den Körper missachtet und vernachlässigt, wie auch der, der nur danach strebt, aus ihm alle möglichen sinnlichen Genüsse zu ziehen, ist im Irrtum. Allein derjenige, der verstanden hat, dass es die Aufgabe des Körpers ist, alle Macht des Geistes zu offenbaren, um eines Tages ein lebendiger Tempel des Geistes zu werden, ist auf dem richtigen Weg. Wie kann man sich nur vorstellen, dass dieser Körper, den Gott dem Menschen gegeben hat, als einzige Aufgabe hätte, sich dem Geist zu widersetzen, die Flamme des Geistes zu löschen, wo doch gerade sie aus dem Menschen einen Sohn Gottes macht?

10. Januar 2018

Der Mensch kann sich nicht wandeln, solange er sich gegen die Umstände seines irdischen Daseins auflehnt und das Ziel hat, nicht zu leiden. Ich sage nun nicht, dass man keine Abhilfe suchen soll, wenn man leidet. Doch im augenblicklichen Entwicklungszustand der Erde und auf seiner Evolutionsstufe kann der Mensch das Leiden nicht umgehen. Die Erde ist gleichzeitig eine Erziehungsanstalt und eine Lehrstätte. Wenn der Mensch es versteht, das Leiden richtig zu betrachten, setzt er verborgene Kräfte in Bewegung, die für ihn zur Quelle des Reichtums werden.

Wer mit allen Mitteln versucht, dem Leiden auszuweichen, bleibt arm; er ist wie ein Maler, der keine Farben hat, um seine Bilder zu malen. Wer aber gelitten hat, kann alle Schmerzen nutzen, die er erlebt hat, um seinem Leben Farbe, Profil und Tiefe zu geben. Alle, die etwas Großes im Leben verwirklichten, haben viel gelitten. Aus der schwarzen Tinte ihrer Prüfungen haben sie die schönsten Farben geschaffen.

9. Januar 2018

Öffnet die Quelle der Liebe in euch. Lasst die Liebe durch eure Gedanken, Gefühle, Wünsche und Worte aus euch hervorsprudeln, auf alle Geschöpfe, auf alle Dinge um euch herum und darüber hinaus, auf die Bäume, die Berge, die Ozeane… Auch wenn ihr allein seid, sprecht Worte des Friedens, der Hoffnung und der Freude für alle Menschen auf Erden, in dem Wissen, dass sie irgendwie Ergebnisse hervorbringen werden, wo auch immer. Ihr wisst noch nicht, was sich alles durch die Liebe verwirklichen kann.

Da man anderen nur das geben kann, was man selbst schon besitzt, versucht, zuerst in euch Harmonie und Licht zu erschaffen. Und wenn ihr dann fühlt, dass es euch gelungen ist, diese Harmonie und dieses Licht in euch zur Wirklichkeit werden zu lassen, dann strahlt sie aus in den Raum. Das bedeutet es, mit der göttlichen Liebe zu arbeiten: eine nützliche Präsenz für die ganze Welt zu werden.

8. Januar 2018

Jede Stunde des Tages ist unter dem Einfluss eines Planeten und der Wesen, die ihn bewohnen. So bringt also jede Stunde Wesen mit sich, die eine Arbeit an den Pflanzen, den Mineralien, den Tieren und den Menschen ausführen. Und da jedem Planeten nicht nur eine Farbe, sondern auch ein bestimmter Ton zu Eigen ist, verändert sich die Symphonie der Töne mit jeder Stunde des Tages.

Die Planeten kreisen um die Sonne und singen dazu durch den Raum, und wir baden in dieser Musik, die man »Sphärenmusik« nennt. Es ist ein großes Privileg, einige Akkorde dieser Symphonie der Planeten wahrzunehmen. Mit jedem Planet ist eine Engelshierarchie verbunden, und belebt durch den Gesang der Engel, ernährt sich das Universum und atmet.

7. Januar 2018

Bemüht euch, dieses Bewusstsein vom göttlichen Leben, das alle Dinge durchdringt, zu pflegen, und ihr werdet euch von Engeln besucht fühlen. Ihre Anwesenheit tritt jedes Mal auf, wenn es euch gelingt, Momente von großer spiritueller Intensität zu leben: Bestimmte mystische Empfindungen, gewisse Qualitäten der Stille, bestimmte Schwingungen in der Atmosphäre eines Raumes, in dem ihr gerade gebetet oder meditiert habt, sind die Manifestation der Anwesenheit von Engeln. Ihr sagt, dass ihr sie nicht seht. Aber seht ihr denn eure Gedanken, eure Gefühle? Seht ihr euer Leben? Nein, und doch stellt ihr sie nicht in Frage: Ihre Manifestationen, die Wirkungen, die sie erzeugen, genügen, um euch von ihrer Realität zu überzeugen.

Was man sieht, ist immer nur die Schale der Dinge, ihre Erscheinung. Das Wesentliche bleibt immer unsichtbar. Daher seht ihr die Engel vielleicht nicht, aber ihr spürt ihre Gegenwart, und diese Gegenwart ist eine Empfindung, die außer Frage ist. So ist das Leben: Schwingungen und Strömungen, die den Raum durchqueren…

6. Januar 2018

In dem Moment, wo ihr Zukunftspläne schmiedet, sagt euch, dass ihr jeden Tag, jede Stunde, sogar jede Sekunde eure Zukunft bestimmt. Ihr habt einen guten Gedanken, ein gutes Gefühl? Sofort begebt ihr euch in die Richtung des Lichts. Aber wenige Minuten danach ändert sich die Richtung: Wegen einer Person oder eines Ereignisses geht ein egoistischer, ungerechter Gedanke oder ein Gefühl des Zorns, des Verlangens nach Rache durch euch, die Richtung ändert sich, und ihr fallt in die Dunkelheit. Selbst wenn man auf der physischen Ebene keinerlei Veränderung feststellen kann, weil die Gedanken und Gefühle nicht genug Zeit hatten, sich zu konkretisieren, hat sich auf der subtilen Ebene etwas geändert, die Richtung hat sich geändert.

Wenn ein Weichensteller einen Kontrollschalter betätigt, wechselt der Zug die Spur. Nun, das macht der Mensch täglich, manchmal hundert- oder tausendmal pro Tag: Einmal in die gute Richtung, einmal in die schlechte Richtung, er wechselt die Spur. Da alles aufgezeichnet wird, werden auch all seine Veränderungen aufgezeichnet, sie produzieren jedoch nichts Endgültiges auf der physischen Ebene, weil sie sich neutralisieren. Wollt ihr euch endgültig dem Licht zuwenden? Dann sorgt dafür, dass eure Richtung unveränderlich bleibt, haltet sie ohne Unterbrechung.

5. Januar 2018

Eine Idee ist nicht, wie man glauben könnte, eine abstrakte Vorstellung, sondern ein lebendiges Wesen von großer Intelligenz und mit ihm eigenen Tugenden. Das erklärt, warum eine göttliche Idee schon auf euch einwirkt, wenn ihr für sie arbeitet; sie bringt euch alles, was sie besitzt. Diese Idee, die in der Welt des Lichts wohnt, macht euch auch mit anderen Regionen und anderen Geschöpfen bekannt, sie verbindet euch mit all ihren Freunden.

Es heißt: »Trachtet nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere dazugegeben« (Mt 6,33). Ihr fragt euch über den Zusammenhang zwischen dem Reich Gottes und »allem anderen«? Weil die Idee vom Reich Gottes euch mit vielen anderen Ideen verbindet, die in Einklang mit ihr schwingen. Diese Ideen machen nach und nach Bekanntschaft mit euch, und da jede hier ein Grundstück und dort ein Zuhause besitzt, kommen all ihre Reichtümer auf euch zu. Aufgrund einer einzigen Idee empfangt ihr eine Fülle von Segnungen. Denn oben ist alles verbunden.

4. Januar 2018

Die wahre Stille ist nicht nur die Abwesenheit von Lärm, die wahre Stille ist nicht stumm. Und sie ist auch nicht leer: Im Gegenteil, in ihr herrscht die Fülle, sie ist lebendig, vibrierend und sie spricht und singt.

Ihr fragt, wie ihr diese Stille hören könnt… Indem ihr die großen Pauken – die Leidenschaften, die chaotischen Gefühle und Gedanken – zum Schweigen bringt. Dazu ist eine große Arbeit zu machen, die viel Geduld und die Beherrschung eures psychischen Lebens verlangt. Wenn sich schließlich alle inneren Stürme beruhigt haben, wird sich die Stille nähern und sich ausbreiten, um euch in ihren wunderbaren Mantel zu hüllen. Eine Klarheit wird entstehen, und ihr werdet spüren, dass etwas sehr Mächtiges die Welt regiert und beherrscht: Die große ursprüngliche Stille, aus der das Universum hervorgetreten ist und in die es eines Tages zurückkehren wird.

3. Januar 2018

Strengt euch jeden Tag an, innerlich ein Bild zu erschaffen, das alle Vollkommenheit enthält, nährt es, stärkt es, und allmählich werdet ihr spüren, wie es diesem Bild gelingt, eure psychische Materie zu durchdringen und euch zu verwandeln. Es ist eine langwierige Arbeit, aber an dem Tag, da ihr dieses Bild erschaffen habt, wird es einen günstigen Einfluss auf alle Geschöpfe haben. Die Menschen, aber auch die Tiere, die Pflanzen und die Steine, die ganze Natur wird von eurer Gegenwart profitieren, denn von euch werden Strahlen, Kräfte und Schwingungen ausgehen, die überall, wo ihr hingeht, Ordnung, Gleichgewicht, Harmonie bringen.

Wie viele Leute wünschen sich, dass man sie liebt, dass man sie bewundert – und sie tun alles Mögliche, um das zu erreichen! Aber sie machen diese Bemühungen nur äußerlich. Sie wissen nicht, dass man seine Schwingungen ändern muss, sie sanfter, friedlicher, harmonischer machen muss, um geliebt zu werden. Das ist nur möglich, wenn man in sich selbst ein Bild der göttlichen Vollkommenheit als das zu erreichende Ideal erschaffen hat.

2. Januar 2018

Die Menschen essen, trinken und atmen, und auf diese Weise treten sie in Kontakt mit den Elementen Erde, Wasser und Luft und ernähren sich von ihnen. Aber sie haben noch nicht gelernt, sich vom vierten Element zu ernähren: dem Feuer, dem Licht… Und dabei ist das Licht für uns noch notwendiger als die Luft, denn es nährt unser Gehirn. Das Gehirn will auch essen, und das Licht ist seine Nahrung. Es ist das Licht, das die Fähigkeiten erweckt, die uns ermöglichen, in die göttliche Welt vorzudringen. Ihr erwidert, dass man seinen gesamten Körper – das Gehirn mit einbezogen – ernährt, wenn man isst, trinkt und atmet. Ja, aber solange ihr euch damit zufrieden gebt, euer Gehirn mit festen, flüssigen und gasförmigen Teilchen zu ernähren, die nicht diejenigen Elemente sind, die ihr am meisten braucht, werden euch viele Tatsachen der subtilen Welt entgehen.

Die Überlieferung berichtet, dass Zarathustra den Gott Ahura Mazda eines Tages fragte, wie sich der erste Mensch ernährte, und Ahura Mazda antwortete ihm: »Er aß Feuer und trank Licht.«

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