27. Mai 2016

27. Mai 2016

Von der Erde bis zu den Sternen gehorcht das gesamte Universum dem Gesetz der Hierarchie, was bedeutet, dass die gröbsten, schwersten Elemente sich unten ansammeln, während die leichtesten, reinsten Elemente dazu neigen, aufzusteigen. Dies ist ein physikalisches Gesetz, das man auch auf der psychischen Ebene wiederfindet.

Der Schüler, der dieses Gesetz kennt, bemüht sich, durch Meditation, Kontemplation und Gebet sehr hoch aufzusteigen, um Partikel von feinstofflicher Materie zu empfangen, um seine spirituellen Körper aufzubauen. Und da mit diesen Stoffen Energien und Wesenheiten verbunden sind, werden mit zunehmender Reinheit dieser Stoffe auch die an sie gebundenen Energien und Wesenheiten immer lebendiger und strahlender. Indem er die abgenützten Teilchen seines Körpers durch neue Teilchen ersetzt, öffnet der Schüler gleichzeitig das Tor seiner Seele für Besucher, die ihm die schönsten Geschenke bringen werden.

26. Mai 2016

26. Mai 2016

Ihr werdet nie vorwärtskommen, wenn ihr nicht ab und zu innehaltet, um euer Leben zu hinterfragen und dabei über das, was ihr getan oder gesagt habt, nachzudenken, damit ihr euch eurer Ungeschicklichkeiten und Irrtümer bewusst werdet. Natürlich werdet ihr dabei unerfreuliche Feststellungen machen, ihr seid traurig und schämt euch sogar. Aber das ist besser, als unbewusst zu sein. Auf diese Weise spürt man das Bedürfnis, sich zu bessern.

Damit diese Traurigkeit jedoch nicht zu einem destruktiven Gefühl wird, müsst ihr ein Gleichgewicht herstellen. Wie? Indem ihr euch über das freut, was die anderen sind. Diese positive Haltung verhindert, dass ihr in Entmutigung oder gar Verzweiflung verfallt. Sucht bei allen Menschen das, was schön und gut ist, besonders bei jenen, die durch ihre Talente oder Tugenden zur Entwicklung der Menschheit beigetragen haben. Nehmt sie als Vorbilder. Auf diese Weise versetzt ihr euch, gleichzeitig mit der Feststellung eurer Schwächen und Mängel, in die Zukunft. Ihr könnt euch sogar vorstellen, wie ihr selbst jene Qualitäten besitzt, die ihr bei den anderen so sehr schätzt, dann werdet ihr nie wieder den Mut verlieren.

25. Mai 2016

25. Mai 2016

Eine geistige Lehre lehrt euch immer, wie ihr euch selbst übertreffen, überflügeln könnt. Aber dies ist natürlich nur eine Redensart, weil ihr euch nicht von euch selbst lösen könnt, alles ist in eurem Inneren. Euer Bewusstsein ist das, was sich erhebt, um höhere Grade zu erreichen. Wenn ihr empfindet, sehr hoch bis zu den Sternen geschleudert, und mit dem göttlichen Licht verbunden zu sein, dann seid ihr in Wirklichkeit in euch selbst weiter und höher gelangt – man könnte auch sagen, ihr hättet eine größere Tiefe erreicht. Was ihr erreicht habt, ist euer höheres Selbst. Gerade dieses höhere Selbst gibt euch alle Möglichkeiten, in eurem Inneren reinere und harmonischere Formen zu erschaffen.

Um die Realitäten der geistigen Welt auszudrücken, ist man gezwungen, eine konkrete Sprache, die Sprache der physischen Welt, zu benutzen, als handle es sich um einen Raum mit Entfernungen und Inhalten. In Wirklichkeit spielt sich aber alles in uns ab, in unserem höheren Selbst, unserem göttlichen Selbst.

24. Mai 2016

24. Mai 2016

In allen Ländern ist es Brauch, den Personen, die man besucht, etwas mitzubringen: einen Gegenstand, Blumen, Kuchen, Bonbons usw. Das ist eine sehr alte Tradition, die auf einem Gesetz beruht, das besagt, dass man niemals mit leeren Händen zu jemandem kommen soll. Und es ist noch wünschenswerter, den anderen mit dem Wunsch zu begegnen, ihnen etwas Gutes von seinem Herzen und seiner Seele zu bringen.

Alle unsere Gesten sind von Sinn erfüllt, und es ist daher wichtig, darauf zu achten, dass man am Morgen niemanden mit einem leeren Gefäß in der Hand begrüßt, weil man ihm damit für den Rest des Tages Leere bringt. Wenn ihr einen Freund treffen sollt, dann haltet niemals einen leeren Korb, Eimer oder eine leere Flasche in der Hand. Wenn ihr unbedingt ein Gefäß halten müsst, dann achtet darauf, dass es nicht leer ist. In einen Eimer oder in eine Flasche könnt ihr einfach Wasser füllen, denn dies ist in den Augen des Schöpfers noch das Kostbarste. Und grüßt die Person mit dem Gedanken, ihr Gesundheit, Freude, Fülle und alle Segnungen zu bringen.

23. Mai 2016

23. Mai 2016

Unter der einen oder anderen Form sind alle Menschen von etwas besetzt, denn es haben sich Eindringlinge in ihnen niedergelassen. Ja, all die für ihre körperliche und psychische Gesundheit schädlichen Gewohnheiten sind Eindringlinge! Die Besetzer, denen der Mensch die Stirn bieten muss, sind unzählig: Jeder schädliche Instinkt, den er nicht abzuweisen vermochte, – wie Eifersucht, Wut, Rache, Gier, Naschsucht, Sinnlichkeit, Hochmut, Eitelkeit usw. –, gehört dazu.

Aber unter allen möglichen Besetzern, ist die Faulheit gewiss der gefährlichste. Warum? Weil sie sich an den Willen heftet. Man versteht, was zu tun ist, man fühlt, dass man es tun sollte, aber der Wille ist nicht da; und nachdem der Wille der Motor jeder Entscheidung ist, werden die Lebenskräfte beeinträchtigt. Wenn der Verstand jedoch wirklich begriffen hat, was schön und gut ist, und wenn das Herz es wünscht, dann muss der Wille schlussendlich folgen. Und dann folgt die Befreiung!

22. Mai 2016

22. Mai 2016

Die Seele des Menschen ist ein winziger Teil der Universalseele und sie fühlt sich in ihrem physischen Körper so begrenzt und eingeengt, dass es ihr größter Wunsch ist, sich in der Unendlichkeit auszubreiten und mit ihr zu verschmelzen. Es ist ein Irrtum zu glauben, wie man das gewöhnlich tut, die Seele befinde sich vollständig im Menschen. In Wirklichkeit befindet sich in ihm nur ein kleiner Teil seiner Seele; der allergrößte Teil führt ein unabhängiges Leben im kosmischen Ozean.

Es ist wichtig, klare Auffassungen über die Natur jenes geistigen Prinzips, das man Seele nennt, und über dessen Aktivitäten zu besitzen. Die Seele bleibt also nicht nur im physischen Körper eingeschlossen, sondern reicht weit über diesen hinaus, und während sie ihn weiterhin belebt, reist sie, um die fernsten Regionen des Raumes und die sie bevölkernden Wesen zu besuchen. Sagt euch also daher, dass eure Seele das weit übertrifft, was ihr euch über sie vorstellen könnt. Weil sie ein Teil der Universalseele ist, trachtet sie danach, sich im Raum auszubreiten und fühlt sich zur Unermesslichkeit, zur Unendlichkeit hingezogen.

21. Mai 2016

21. Mai 2016

Die Naturkräfte sind an sich weder gut noch böse, sie werden gut oder böse, je nachdem man sie benutzt. Und das Gleiche gilt für die Geister der vier Elemente, die Gnome, Sylphen, Undinen und Salamander. Alle diese Wesenheiten, die Erde, Wasser, Luft und Feuer bewohnen, sind an sich weder gut noch böse; sie akzeptieren es, sich in den Dienst der Menschen zu stellen, sie schätzen es, wenn man ihnen Arbeit gibt, aber sie kümmern sich niemals um das wohltätige oder böswillige Ziel, das man ihnen vorgibt.

Die Naturgeister führen die Aufgabe aus, egal wer sie ihnen gegeben hat. Sie unterwerfen sich dem menschlichen Willen, dem es gelingt, sie zu beherrschen und deswegen gibt es so viele Magier und Hexer, die sie für kriminelle Unternehmungen benützen. Man kann diesen Geistern nicht vorwerfen, dass sie gehorchen, weil sie so gemacht wurden, sie haben nicht das geringste moralische Bewusstsein. Es ist daher die Aufgabe der Menschen, wachsam zu sein und sie nur für eine göttliche Arbeit einzuspannen.

20. Mai 2016

20. Mai 2016

Jetzt, da ihr euch auf den göttlichen Weg eingelassen habt, müsst ihr unermüdlich weitergehen. Die Hindernisse weichen, eines nach dem anderen, vor dem, der unterwegs nicht stehenbleibt, denn er hat die mächtigen Gesetze des Lebens in Bewegung gesetzt.

Das geistige Leben ist wie die Besteigung eines hohen Berges. Es ist unvermeidlich, auf seinen schwierigen und steilen Pfaden Augenblicke der Schwäche oder Entmutigung zu erleben, es kann sogar sein, dass ihr stürzt, aber dies ist kein Grund stehenzubleiben. Während einiger Tage habt ihr das Gefühl zu sterben, aber dann werdet ihr wieder auferstehen. Ja, in der tiefsten Verzweiflung müsst ihr euch an jenes geheimnisvolle Leuchten klammern, das noch in euch verblieben ist. Es sagt euch, dass dem »Tod«, den ihr gerade durchlebt, eine Auferstehung folgen wird. Nichts anderes als ihr selbst kann euch retten, denn alle Kräfte sind in euch.

19. Mai 2016

19. Mai 2016

Bevor sie jene von der Religion beschriebenen Regionen der unsichtbaren Welt sind, stellen Hölle und Paradies zwei Lebensformen dar, die bereits in uns existieren. Das Leben der Hölle ist schwer, wirr, dunkel und entspricht gleichnishaft dem Leben des Verdauungsapparates, des Bauches, der Geschlechtsorgane. Das Leben des Paradieses ist edel, rein, lichtvoll: analog dem Leben der Lungen, des Herzens und des Gehirns entsprechend.

In uns sind Unten (Hölle) und Oben (Paradies) durch das Zwerchfell getrennt. Aber sie müssen zusammenarbeiten, das sagt uns die Struktur unseres Körpers. Man muss nur immer darauf achten, dass die höhere Seite die niedere Seite beherrscht. Das Bewusstsein muss seinen Sitz oben einrichten und die untere Seite soll die Materialien, die rohen Kräfte liefern, die von oben gelenkt und fruchtbar gemacht werden. Bemüht euch also, in eurem Paradies zu leben und lernt von dort aus, die Materialien und Kräfte eurer Hölle zu nutzen.

18. Mai 2016

18. Mai 2016

Wie kann man die mystische Erfahrung definieren? Durch Gebet, Meditation und Kontemplation bemüht sich der Mystiker, den göttlichen Geist einzufangen und ihn in seiner Seele zurückzuhalten. Dieses Einfangen offenbart sich in ihm als Erleuchtung, Verzückung, Ekstase. Leider dauern solche hohen Zustände nicht an und er fällt sehr schnell wieder auf seine gewöhnliche Bewusstseinsebene zurück. Um sie wieder zu finden, muss er sich ständig neu bemühen.

Allein jene Wesen, denen es gelungen ist, in sich ein passendes Auffangbecken herzustellen, können den göttlichen Geist zurückhalten. Dieses Auffangbecken wurde in der esoterischen Tradition Gralskelch genannt. Die Alchimisten, die eine andere Sprache verwenden, sprechen davon, das »Flüchtige festzuhalten«. Aber um das Flüchtige – den kosmischen Geist – festzuhalten, muss man es kondensieren, es materialisieren, und dies ist nur möglich, wenn man gleichzeitig am umgekehrten Prozess arbeitet, was bedeutet, das »Feste« – den physischen Körper – zu »verflüchtigen«. Wir müssen unsere Anstrengungen also auch auf die Materie des physischen Körpers konzentrieren, um sie zu reinigen und zu erhellen. Denn der Geist akzeptiert nur, in einem Körper zu wohnen, der mit Ihm in Einklang schwingt.

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