27. April 2018

Die Problematik des Bösen übersteigt das menschliche Verständnis, und deshalb kann man mit dem Verstand keine Lösung finden. Tatsächlich existiert das Böse nicht wirklich und ist nur für die Schwachen und Unwissenden, die nicht gelernt haben, es zu beherrschen, um sich seiner zu bedienen, wirklich furchtbar. Für die Söhne Gottes, für die Eingeweihten und die großen Meister ist das Böse – über das die Religion, ohne es zu verstehen, so viel gesprochen hat – wie eine wertvolle, reiche Materie, die man nutzen kann und derer man sich für die größten Verwirklichungen bedienen kann. Weil sie sehr stark und rein sind, wagen sie es, das Böse in Angriff zu nehmen und in die dunklen Tiefen ihres Seins zu tauchen; und dank dieser Kühnheit kehren sie mit Schätzen zurück. Wie die Perlentaucher, die ins Meer hinuntertauchen, den Algen und Haien entkommen, kehren sie mit Austernperlen zurück.

Aber diese Experimente sind nicht allen zu empfehlen. Nur sehr wenige Wesen können sich erlauben, bis in die Tiefen ihrer Natur hinabzusteigen, um von dort eine Materie mitzubringen, die sie sublimieren können. Aber es ist nützlich, dass ihr alle wisst, dass es möglich ist.

26. April 2018

Allem zum Trotz müsst ihr fortfahren, zu glauben und zu lieben. Selbst wenn die Menschen sich euch gegenüber schlecht verhalten, euch enttäuschen und betrügen, verliert niemals euren Glauben und eure Liebe, weil ihr den Sinn des Lebens verlieren werdet. Denkt über diese Frage nach, indem ihr das Für und Wider auf eurer spirituellen Waage abwägt: Ihr werdet feststellen, dass ihr die Quelle versiegen lasst, die in euch strömt, wenn ihr aufhört, die Menschen zu lieben; und damit bestraft ihr nicht sie, sondern euch selbst.

Warum in euch den Strom dessen unterbrechen, was ewig und unerschöpflich sein muss, unter dem Vorwand, dass ihr einmal enttäuscht, missbraucht oder nicht verstanden worden seid? Wie viele Heilige, Propheten und Eingeweihte sind verfolgt worden! Aber sie haben weiterhin geliebt und geglaubt. Welcher Schüler kann sich daher der Einweihung für würdig halten, wenn er niemanden mehr liebt und zu niemandem mehr Vertrauen hat, weil er einige Male getäuscht oder verletzt worden ist?

25. April 2018

Jede geistige Übung, jede Bemühung, sich Gott zu nähern und sich mit ihm zu vereinen, bringt Ergebnisse. Aber bildet euch nicht ein, weil ihr euch ein paar Sekunden lang mit der Gottheit identifizieren und mit dem kosmischen Bewusstsein verschmelzen konntet, dass von nun an eure Gedanken, Gefühle und Handlungen immer von eurer göttlichen Natur und eurem höheren Selbst inspiriert würden. Nein, leider nein! Eure niedere Natur wird sich weiterhin zu Wort melden, macht euch keine Illusionen. Im Gegenteil, bemüht euch mehr denn je, noch wachsamer und umsichtiger zu sein, denn nichts ist gefährlicher für das geistige Leben, als in seinem Inneren nicht klar zu sehen.

Fehler zu begehen, ist nicht so schlimm, aber unter der Bedingung, sich dessen bewusst zu sein, um sie wiedergutmachen zu können und sie nicht zu wiederholen. Schlimm ist hingegen, wenn man sich vom Heiligen Geist inspiriert glaubt, während man in Wirklichkeit dabei ist, seinen schlechten Instinkten zu gehorchen.

24. April 2018

Krankheit ist ein Zeichen, dass die Unordnung das Reich, welches der physische Körper darstellt, regiert. Da er kein guter Monarch ist, hat der Mensch selbst durch seine Unwissenheit erlaubt, dass sich diese Unordnung niederlässt. Es muss also in seinem Gehirn ein Licht erscheinen, ein Licht, dem es gelingt, alle Zellen der Organe zu überzeugen, dass sie sich verstehen und vereinen müssen, um wirklich mächtig und reich zu werden.

Im Interesse dieses unermesslichen Reiches, dem sie angehören, müssen sich alle Zellen harmonisieren und im Gleichklang schwingen. Damit werden alle Organe intelligent und liebevoll zusammenarbeiten, und alle Bewohner des Reiches werden in der Fülle und im Glück leben.

23. April 2018

Die unendliche Weite ist das Reich der Seele. Wenn sie sich begrenzt fühlt, versucht sie daher, um jeden Preis zu entkommen, und drängt den Menschen, in dem sie wohnt, ihr die Mittel dazu zu geben. Wer nicht fähig ist, Mittel spiritueller Natur seiner Seele zu geben, muss ihr materielle Mittel geben: Alkohol und Drogen. Denn Alkohol und Drogen haben die Eigenschaft, die Seele aus dem physischen Körper zu jagen, und sie geben ihr, wenigstens für einen Augenblick, die Illusion der Weite und der Freiheit.

Aber Alkohol und Drogen sind nur chemische Elemente, die man dem Körper zuführt. Doch der Körper selbst hat nicht das Bedürfnis zu fliehen. Das Bedürfnis auszubrechen kommt von der Seele, nicht vom Körper. Trinken oder Drogen nehmen sind Anzeichen dafür, dass die Seele verlangt, in den unendlichen Räumen zu reisen. Da aber diese Flucht sie nicht zufriedenstellen kann, fährt die Seele fort zu schmachten, aber der Körper selbst wird zerstört. Nur die spirituellen Mittel können das Bedürfnis der Seele, sich im Raum auszubreiten, befriedigen.

22. April 2018

Derjenige, der Böses tut, wird früher oder später Opfer der Unordnung werden, die er in sich geschaffen hat. Er kann lange so tun, als sei er sehr stark, und glauben, er könne ruhig alles Mögliche machen. Seine schlechten Taten werden von seinem Bewusstsein notiert und sie werden ihn eines Tages überfallen: Die Sorgen und Gewissensbisse nagen an ihm. Selbst ein Magier, ein Eingeweihter, der Macht über die Natur hat und dem die Geister gehorchen, kann diesem Gesetz nicht entkommen. Es existiert keine Macht, die es vermag, einen Menschen zu beruhigen, der von seinem Schuldgefühl geplagt wird und sich auf diese Weise entkräftet. Nach und nach entgeht ihm die Kontrolle über seine innere und äußere Welt.

Ihr dürft euch also nur auf eure rechten und ehrlichen Taten verlassen. Sobald ihr ein Gesetz übertretet, verliert ihr eure Kräfte. Ihr erhaltet sie erst wieder, wenn es euch gelingt, eure Fehler wieder zu beheben. Was die Eingeweihten von den gewöhnlichen Menschen unterscheidet, ist, dass sie ihre Fehler schnell wieder gutmachen können. Auch darin besteht ihre Macht: in der Fähigkeit, die sie haben, um etwas wieder in Ordnung zu bringen.

21. April 2018

Wir können den Geist nicht ohne Materie begreifen, aber die Materie kann auch nicht ohne den Geist begriffen werden. Denn am Anfang war der Geist: Alles, was im Universum existiert, hat oben seinen Ursprung, in der Welt des Geistes, und die Materie ist lediglich eine progressive Verdichtung des Geistes.

Es ist sehr wichtig für den Menschen, diese Philosophie des Vorrangs des Geistes zu pflegen, denn sie ermöglicht ihm, die Ereignisse zu beherrschen. Selbst im Kampf mit den Gegebenheiten des Lebens (Gesundheit, Arbeit, Beziehungen zu anderen, Unfällen) weiß er, dass er nicht besiegt werden kann. Durch die Macht des Geistes entgeht er nicht nur den Umständen, sondern er wirkt auch auf sie ein; er akzeptiert nicht, dass es die Ereignisse sind, die befehlen, er ist der Meister. Also, ihr habt die Wahl, denn je nach der Philosophie, die ihr annehmt – die Philosophie der Materie oder die des Geistes –, werdet ihr schwach oder stark sein.

20. April 2018

Es genügt nicht, den Himmel zu bitten, euch aufzuklären: Wenn ihr nicht damit beginnt, eine innere Arbeit der Reinigung und Läuterung zu machen, empfangt ihr seine Antwort nicht korrekt. Warum? Weil diese Antwort des Himmels auf ihrem Weg durch all die undurchsichtigen Schichten, die ihr in euch angehäuft habt, entstellt ankommen wird. Wenn ihr einen Stock ins Wasser taucht, scheint der eingetauchte Teil gebrochen oder verkrümmt zu sein. Das erklärt sich dadurch, dass die Luft und das Wasser nicht die gleiche optische Dichte haben.

Genauso kommen die Ratschläge der himmlischen Welt verformt an, wenn sie durch ein psychisches Milieu hindurchgehen müssen, das nicht entsprechend vorbereitet ist, um sie zu empfangen. Um sicher zu sein, dass man vom Himmel klare, reine und wahrhaftige Antworten erhält, muss man eine umfassende innere Arbeit der Anpassung, der Aufklärung und der Reinigung machen. Sonst riskiert man viele Irrtümer. Bevor ihr also den Himmel fragt, was ihr zu tun habt, bereitet euch vor, um die richtigen Antworten zu erhalten.

19. April 2018

Die Menschen sind sich selten ihrer schlechten mentalen Gewohnheiten bewusst. Der eine ist sofort ungeduldig, angespannt, wenn er eine Arbeit ausführen muss; ein anderer zeigt sich angesichts jeder neuen Situation zuerst einmal negativ oder erschrocken; ein Dritter empört sich und ein Vierter verliert den Mut… Aber da sie sich dieser Verhaltensweisen nicht einmal bewusst sind, können sie auch nichts daran ändern und verfallen unter allen möglichen Umständen unvermeidlich in dieselben Zustände.

Wenn ihr euch von euren schlechten Gewohnheiten befreien wollt, müsst ihr euch daher als Erstes selbst beobachten, um sie zu erkennen. Von dem Moment an, wo ihr beginnt, in euch klar zu sehen, empfangt ihr auch die Mittel, die Lage wieder in Ordnung zu bringen: Alle Möglichkeiten, die der Schöpfer in euer Unterbewusstsein, euer Bewusstsein und euer Überbewusstsein gelegt hat, setzen sich dann in Bewegung, und auf diese Weise kommt ihr jeden Tag voran, weil ihr den Willen habt, euch zu erforschen und über euch selbst im Klaren zu sein.

18. April 2018

Die Sonne scheint, und sie scheint, ohne sich darum zu kümmern, ob die Geschöpfe, denen sie ihre Strahlen schickt, intelligent oder dumm sind, gut oder kriminell, ob sie ihren Segen verdienen oder nicht, sie erleuchtet alle ohne Unterschied. Darum kann man sagen, dass die Sonne das beste Beispiel für die göttliche Liebe ist.

Selbst die außergewöhnlichsten Menschen, die auf der Erde gelebt haben, waren irgendwann noch parteiisch, hatten irgendwelche Vorlieben und sogar ein paar Abneigungen. Ja, sogar die größten Propheten und Meister konnten sich nicht ganz befreien von dem Bedürfnis, die Gesetze der Gerechtigkeit anzuwenden, um die Schlechten zu bestrafen, denn nichts ist schwieriger. Nur die Sonne richtet den gleichen Blick wie Gott selbst auf die Menschen. Sie weiß, dass sie göttliche Funken sind, die eines Tages in den Schoß des Ewigen zurückkehren werden. Deshalb hat sie seit Tausenden von Jahren die Geduld, sie immer weiter zu wärmen, zu erleuchten und zu beleben. Erweckt das in euch nicht den Wunsch, es wie sie zu machen?

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